Information für Tierhalter

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Heim- und Hobbytierhalter


“Was geschieht bei einer Sektion/Autopsie Ihrer Haustiere?”

Wie wir Menschen können auch Tiere krank werden. Manchmal fällt die Prognose leider weniger gut aus und Sie stehen vor der Entscheidung einer Erlösung Ihres Haustieres durch einschläfern. In einigen Fällen hat Ihr Tier, trotz vieler Behandlungen, es nicht geschafft und ist in der Klinik verstorben. Es kann auch passieren, dass Ihr Tier zu Hause plötzlich stirbt, ohne dass Anzeichen einer Krankheit sichtbar gewesen wären.

Zu diesem Zeitpunkt haben Sie die Möglichkeit, sich für eine Sektion (Autopsie) Ihres verstorbenen oder eingeschläferten Tieres zu entscheiden. Die Sektion ist eine Untersuchung des toten Körpers und aller Organe. Der Tierkörper wird eröffnet, die Organe werden entnommen und gründlich untersucht. Dies gibt Aufschlüsse über die Krankheit(en), an welcher Ihr Tier gelitten hat. Die Tierpathologen betrachten den Tierkörper als Ganzes und stellen ihre Befunde und Diagnosen in Zusammenhang mit den klinischen Symptomen Ihrer Haustiere.

Wissen hilft zu verstehen. Wissen um die Krankheit und den Verlauf gibt Erkenntnisse für bessere Behandlungen weiterer Tiere mit gleichen oder ähnlichen Krankheiten.

Von der Tierpathologie erhalten Sie oder Ihr Tierarzt/ihre Tierärztin einen detaillierten Bericht über die Befunde Ihres Tieres. Sie haben die Möglichkeit Ihr Haustier (bis zu einem Gewicht von ca. 100 kg) anschliessend in einem Tierkrematorium Ihrer Wahl kremieren zu lassen oder den Tierkörper über uns regulär der Sammelkremation zu übergeben.

Wenden Sie sich an Ihren Tierarzt/ihre Tierärztin, sollten Sie eine Sektion in Betracht ziehen. Er/sie kann mit Ihnen das weitere Vorgehen besprechen.

 

Information an Landwirte


Warum Sektionen?

Die Sektion (Autopsie) von landwirtschaftlichen Nutztieren ist vor allem als Teil einer Bestandsdiagnostik sinnvoll. Bei unklaren Gesundheitsproblemen in Ihrem Tierbestand sollten Sie mit Ihrem Tierarzt/ ihrer Tierärztin die Möglichkeit der Einsendung von einem oder mehreren Tieren zur Sektion diskutieren. Durch die Eröffnung der Tierkörper und direkten Untersuchung der einzelnen Organe ist es oftmals möglich, genaue Krankheitsdiagnosen zu stellen oder gezielt Organproben für weitere Abklärungen (z.B. Bakterienanzüchtung, Virusnachweise, etc.,) zu entnehmen. Hierdurch erhalten Sie und Ihr Tierarzt/ Ihre Tierärztin wichtige Informationen zu den in Ihrem Bestand vorliegenden Krankheiten, um daraufhin gezielte Behandlungen oder Vorbeugemassnahmen durchführen zu können. Aufgrund des steigenden öffentlichen Interesses an einer Verminderung des Medikamenteneinsatzes in der Nutztierhaltung kann Ihnen eine solche Diagnostik helfen, dass Sie auf Ihrem Betrieb Medikamente nur wenn nötig und bei Bedarf sehr gezielt einsetzen. Langfristig kann Ihnen eine Investition in gründliche diagnostische Abklärungen auf Ihrem Bestand helfen, die Tiergesundheit zu verbessern und aufrecht zu halten.

Was ist zu beachten?

Die 4 wichtigsten Punkte sind:

  1. Kommunikation über ihren Bestandstierarzt oder Gesundheitsdienst: Um eine bestmögliche Diagnostikkette aufrecht zu erhalten ist es wichtig, dass wir direkt mit Ihrem Bestandstierarzt oder Berater des zuständigen Tiergesundheitsdienstes kommunizieren. Diese beurteilen abschliessend ob die ermittelten Diagnosen die Bestandsproblematik erklären und können umgehend geeignete Massnahmen mit Ihnen einleiten.
  2. Richtige Auswahl der einzusendenden Tiere: Wir empfehlen Ihnen unbedingt die Auswahl der Tier mit Ihrem Bestandstierarzt/Bestandstierärztin zu besprechen. Die zur Untersuchung eingesandten Tiere sollten typische Krankheitszeichen zeigen und akut (d.h. seit kurzem) erkrankt sein. Nach Möglichkeit sollten Sie unbehandelte Tiere einsenden, da z.B. antibiotische Vorbehandlung bakterielle Erregernachweise verhindert. Bei Schweinen, Kälbern und kleinen Wiederkäuern haben Sie die Möglichkeit, mehr als ein Tier ohne Mehrkosten für die Sektion einzusenden. Hierdurch erhöht sich bei gleichbleibenden Kosten die Wahrscheinlichkeit einer Diagnose des eigentlichen Bestandsproblems.
  3. Angaben zur vorliegenden Problematik im Bestand und eventuellen vorherigen Diagnosen oder Vorbehandlungen: Je genauer die Information ist, die Sie den Pathologen mitteilen, desto gezielter können diese untersuchen. Wichtige Untersuchungen können so schnell und kosteneffizient eingeleitet werden.
  4. Schnelligkeit der Einsendung: Optimal werden frisch tote Tiere mittels Sektion untersucht. Der nach dem Tod eintretende Selbstverdau der Tierkörper kann (gerade bei warmen Temperaturen) die Diagnosestellung erschweren oder verunmöglichen. Tote Tiere sollten kühl (optimal 4°C) gelagert werden und so schnell wie möglich zur Untersuchung verbracht werden. Es besteht die Möglichkeit, nach vorheriger Absprache, Schweine lebend einzusenden und vor Ort bei uns euthanasieren zu lassen.

 

Häufig gestellte Fragen

 

Kann ich mein verstorbenes Haustier nach der Sektion zurücknehmen um es zu beerdigen?
Sie haben die Möglichkeit, uns damit zu beauftragen, Ihr Haustier (bis zu einer Grösse von ca. 100 kg) bei einem Tierkrematorium ihrer Wahl kremieren zu lassen. Bei grösseren Tieren (wie z.B. Pferden) können wir die Kremation auf bestimmte Organe (z.B. Kopf und Herz) beschränken und so dennoch eine Teilkremation durchführen lassen. Die Krematorien holen Ihre Tiere bei uns ab und stellen Ihnen die Asche Ihrer Tiere zu. Aus hygienischen und seuchenpolizeilichen Gründen dürfen wir Ihnen Ihr Tier nicht mehr aushändigen. Eine Aufbahrung der Tiere im Krematorium nach erfolgter Sektion ist ebenfalls nicht möglich.

Kann ich Teile meines verstorbenen Haustieres nach der Sektion als Andenken oder zur weiteren Verwendung zurück erhalten?
Aus hygienischen und seuchenpolizeilichen Gründen dürfen wir Privatpersonen keine Teile Ihrer Tiere (Schädel, Schweifhaare, Fell, etc.) aushändigen nachdem das Tier in den Sektionsbereich verbracht wurde.

Ich verstehe die Fachsprache der Sektionsberichte nicht, kann die Pathologie die Berichte nicht für Laien verständlich schreiben?
Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall Einsendungen von Tieren mit Ihrer Tierärztin/Ihrem Tierarzt abzusprechen und diese als Einsender anzugeben. Um möglichst exakte Berichte verfassen zu können, ist die Verwendung tierärztlicher Fachausdrücke unumgänglich. Von daher sind unsere Berichte für Tierärztinnen/Tierärzte verfasst. Die letztliche Gesamtbeurteilung des Sektionsberichtes im Zusammenhang mit der klinischen Erkrankung Ihres Tieres und die Schlussfolgerungen daraus erfolgt durch Ihre Tierärztin/Ihren Tierarzt, da diese/r den Gesundheitszustand Ihres Tieres meistens am besten kennt.

Es dauert so lange bis der Bericht eintrifft, geht das nicht schneller?
Ein Endbericht kann erst nach Eintreffen aller weiterführenden Untersuchungsergebnisse aus weiteren Instituten erfolgen. Dies kann zwischen mehreren Tagen und einigen Wochen dauern. Bei Bestandsproblemen und für uns erkennbar dringenden Fällen sind wir bemüht, den einsendenden Tierärzten/innen telefonisch oder schriftlich einen Zwischenbericht zu geben (oftmals telefonisch direkt nach oder noch während der Sektion). Die einsendenden Tierärzte/innen könne zudem in dringenden Fällen jederzeit, während unserer Öffnungszeiten, telefonisch Auskunft verlangen.

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